licht trifft schatten

gesehen - geknipst - gedacht - geschrieben
Allgemeines Garten Natur Tiere

Wildstauden, die Verlockung in meinem Garten

für Bienen, Schmetterlinge und Co.

 

Die Vergangenheit

Das Gemüsebeet ist mir in letzter Zeit zum Beackern etwas zu niedrig! Ein Hochbeet, das wäre, was ich für das Anbauen der essbaren Pflanzen gebrauchen könnte. Ja ich gebe zu, mit jedem Jahr, das vergeht, werde ich etwas älter und suche nach bequemeren Gärtnerstellungen. Man muss zu seinem Alter stehen, mit Vorliebe an einem Hochbeet, so wie ich finde 😉 ! Was hat denn das jetzt mit Wildstauden zu tun? Das fragt ihr euch sicherlich schon! Nur Geduld, dazu komme ich noch!

Gegenwart und Zukunft

Nun, was macht man jetzt mit den schneckensicheren 20 Quadratmetern? Vor etlichen Jahren hätte ich noch geantwortet: klar doch, jede Menge Pflanzen, die sonst vor den Schneckenattacken niemals sicher sind. Welche unter anderem wären: Rittersporn, Dahlien, Lilien, Sonnenblumen  …..

 

Bienenweide www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Bienenweide www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Mentaler Fortschritt

Mittlerweile bin ich aber einige Schritte weiter in meinen grünen Gehirn-Arealen und so sage ich heute: Wildstauden für Bienen und sonstige Flattermänner müssen her und ein Rittersporn (schon der genialen Blautöne wegen) darf sich auch zu dieser illustren Gesellschaft gesellen.

Vorsicht, dieser Artikel ist lang, wer den Weg abkürzen möchte, ist gut bedient, sich diesem Link hier anzuvertrauen! Für alle anderen LeserInnen geht es hier weiter im Text!

 

Frau hat einen Plan

So wird das ehemalige Gemüsebeet in mehrere Teile, unter Berücksichtigung der jeweiligen Pflanzenansprüche, aufgeteilt:

 

Schatten mager Schatten fett Halbschatten mager Sonne fett
Halbschatten mager Halbschatten fett Halbschatten mager Sonne fett
Halbschatten mager Sonne fett Sonne mager Sonne fett
die Bienenweide www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
die Bienenweide www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Geplant und umgesetzt

Künftige magere Bereiche magere ich mit reichlich Sand ab, die andere Parzellen werte ich mit Kompost zu fetter Erde auf.

Jetzt werden die bestellten Wildstauden in die für die jeweilige Pflanze geeignete Parzelle gestellt. Später sortieren wir alle noch nach Größe, sodass die größten Pflanzen in der Mitte des Beetes ihren Platz finden und die Kleinsten am Rand. Nun heißt es, geduldig sein und warten. Dies stellt sich an der ganzen Geschichte als am schwierigsten heraus! Hier nun die von mir bestellten Wildstauden:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geranium, Bienenweide www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Geranium, Bienenweide www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Endlich blüht mir was …

Aber das Warten hat schließlich gegen Mitte Mai ein Ende. Nun sind manche der Pflanzen, wie eine zarte Nelke und der schöne, blaue Wiesenstorchschnabel, bereits in den Startlöchern und recken neugierig ihre filigranen Blüten in die Frühsommersonne. Zusätzlich zu den gepflanzten Stauden wird noch eine Bienenweide-Samenmischung ausgesät, diese hat allerdings durch meinen Urlaub und die gleichzeitige Hitze Anfang Juni keine wirkliche Chance.

 

 

Mohn, Bienenweide www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Mohn, Bienenweide www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Ist die Gärtnerin nicht da …

Der Mohn nutzt meine Abwesenheit dazu, in voller Blüte zu stehen, sodass mir bei meiner Heimkehr überwiegend nur noch die Mohnkapseln entgegenblicken – schade, um die schönen Bilder. Aber die Kapseln, so finde ich, haben auch ihr ganz eigenes Flair, dies kann man hier auf den Bildern recht schön erkennen.

 

Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Die ersten Wildstauden legen los!

Der Storchschnabel hat als einer der ersten Pflanzen die Blütenzeit gestartet – allerdings, ist diese noch nicht so üppig, wie ich es sonst von ihm auf meinen geliebten Wildblumenwiesen kenne. Erste Jahre sind immer ein hartes Los für die Gärtnerin und Fotografin. Aber nächstes Jahr wird die Blüte hoffentlich bedeutend reichhaltiger sein. Das Wiesenknöpfchen ist bei meiner Rückkehr schon in den Startlöchern und versprüht seinen filigranen Charme vor allem in Zusammenarbeit mit den Doldenblütlern.

 

wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Vielfalt ist gefragt

Meine geliebte weiße Doldenblume, ich könnte das ganze Bienenbeet damit zupflastern. Aber wir wollen ja ein reichhaltiges Buffet anbieten und das bedeutet: Viel Verschiedenes, damit für jeden Geschmack etwas dabei ist. Bei mir muss niemand ins Gras beißen, bei mir im Garten gibt es Nektar und Pollen satt! So weise ich zum Beispiel der Karde als Einzelstück in meinem Beet einen Platz zu, mehrere dieser Pflanzen hätten mein Beet dann doch zum Bersten gebracht 😉 . Daher verlasse ich mich hier auch nicht auf die reguläre Vermehrung, sondern ziehe diese zur Sicherheit in Topfkultur. Immer nach dem Motto: Vielfalt ja – Invasion einzelner Arten nein!

 

o wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
o wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Wie viel “wild” verträgt das Beet?

Es ist wirr und wild und irgendwie auch gerade deswegen, wunderbar. Meine Tochter teilt diese Meinung zwar nicht, sie findet, es ist ein heilloses Durcheinander ohne Struktur und all den schönen Dingen, die ein Staudenbeet sonst so attraktiv machen. Aber es ist ja auch ein Wild-Staudenbeet … der Name ist Programm und die Stauden fallen richtig wild über mein Beet her. Sie sind, vermutlich aufgrund des doch noch geringfügig zu hohen Nährstoffgehaltes, etwas größer als auf den Wiesen. Daher fallen sie gerne um, ich stütze sie zwar sporadisch, aber zusammenbinden möchte ich sie nicht – wo bliebe denn da der wilde Charakter?! Etwas weiterer Sand wird vielleicht helfen können … ansonsten, abwarten und Tee trinken!

 

Bienen wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Bienen wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Wenn sie über sich hinauswachsen!

Auch die Skabiosenblütige Flockenblume und eine weitere Malve lassen sich nicht lumpen. Ein Griff in das Farbkästchen und schon sind sie bereit für einen frühsommerlichen Insektenansturm. Die Flockenblume ist übrigens ein wahres Insektenmagnet, stets ist sie umschwirrt und immer gut besucht. Zudem blüht sie den ganzen Sommer über, es ist eine wahre Pracht! Diese Wildstaude ist eine Empfehlung von meiner Seite für jeden Garten! Doch Achtung: Der Boden sollte für diese wertvolle Staude nicht zu nahrhaft sein, ansonsten nimmt sie Höhen von bis zu zwei Metern an und muss massiv gestützt werden … dies ist mir tatsächlich passiert … kein Witz!

 

lila Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
lila Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Der Trend: Pastell!

Die Lichtnelke greift ebenfalls zu einem zarten Pastellton. Dies scheint eine Farbe zu sein, welcher die Insekten nicht widerstehen können – warum sonst, sollten so viele dieser Wildstauden diese zarten Pastelltöne tragen? Auch die Skabiose ist von ähnlicher Farbigkeit und zusammen ergeben sie ein sehr schönes Duett in Rosé … Wenn einer Biene da nicht appetitlich zumute wird!

 

Karde www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Karde www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Wehrhaft und freigiebig

Die bereits oben erwähnte Karde ist eine richtige Wuchtbrumme unter den Insektenstauden. Mit ihr nimmt es in Sachen Höhe,  Ausstrahlung und Wehrhaftigkeit so schnell keine andere meiner im Bienenbeet wohnenden Pflanzen auf. Die Bienen lieben sie heiß und innig – soll sie doch piksen, so lange sie mag, die Bienen können das schließlich auch, wenn sie wollen!

 

Lein, wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Lein, wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Kleine Staude groß in Lücken

Der Staudenlein ist dagegen eher zart und unauffällig. Sein verwaschenes Blau ist wie ein herrlicher Sommerhimmel, seine Statur ist eher die, einer kleinen zierlichen Elfe. Eine Staude, die vorzüglich irgendwelche kleinen Lücken füllen kann und von den Insekten trotz allem nicht übersehen wird!

 

blaue wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
blaue wilde Blüten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Hier wird Blau gemacht!

Zwei weitere “Blaumänner” im Beet, welche zwar extrem gerne Blau machen und einem womöglich das Blaue vom Himmel herab versprechen … Dennoch sind sie beliebt, bei Biene und Co. und dürfen natürlich in keinem insektenfreundlichen Beet fehlen, wie ich finde. Der Wiesenstorchschnabel ist als Staude fest im Sattel, während sich die Kornblume jedes Jahr ihr blaues Revier neu erobern muss. Soll sie mal, ich kann das ab!

 

Insekten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Insekten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Der Gast ist König

Last but not least sind aber die wahren Stars dieses Beetes die Besucher, welche sich gütlich tun und den Aufenthalt zwischen den verschiedenen Wildstauden sichtlich zu genießen scheinen. Sie schnuppern, testen, kosten und schmecken  – zuletzt verlassen sie gesättigt den wilden Ort der Tat und begeben sich zur Ruhe.

 

o Insekten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
o Insekten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Insekten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Insekten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
viele Insekten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
viele Insekten www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Und tschüss ihr Wildstauden!

 

Tschüss www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet
Tschüss www.licht-trifft-schatten.de Wildstaudenbeet

 

Das Wichtigste kommt zum Schluss!

Nun geht er zu Ende, dieser doch sehr lange Beitrag! Die Pflanzen lassen die Hüllen fallen, drehen sich weg und winken verschämt zurück. Sie sind es nicht gewohnt, in Mitten des öffentlichen Interesses zu stehen und doch sind genau sie wichtig, wichtig für das Fortbestehen unseres Insektenbestandes in Deutschland und weltweit!

Dieser Post endet allerdings nicht, ohne darauf hinzuweisen, dass sich ein Bienenweidenprojekt auch in kleinem Rahmen umsetzen lässt. Es muss nicht das große Beet sein, es reichen einige größere Gefäße, die geschickt gespickt werden.

Auch eine Samenmischung in einer schönen Wanne oder in Balkonkästen kann helfen – mehr dazu schreibt der NABU. Kleinvieh macht auch Mist, besagt eine alte Bauernweisheit und es stimmt. Wenn jeder Garten etwas für die Bienen unternimmt, wird am Ende eine große Fressmeile in Sachen Bienen und Co. daraus!

Hier erhaltet ihr vielseitige Informationen auch über Wildstauden für Gärten,  u. a. gibt es eine Liste von Gärtnereien, welche solche Pflanzen anbieten. Hier bin ich vor zwei Jahren auch fündig geworden.

 

Lasst es uns anpacken, es könnte bald schon zu spät sein …! 

 

Seid herzlich gegrüßt von

 

MarionNette

 


VERLINKT MIT:

GARTENGLÜCK

Facebookgoogle_pluspinterest

Facebookgoogle_plusrssinstagrammail

Über einen Kommentar freue ich mich sehr, er belohnt mich und ermutigt mich, weiterzumachen!

24 Kommentare auf "Wildstauden, die Verlockung in meinem Garten"

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neueste | älteste | beste Bewertung
wpDiscuz