licht trifft schatten

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Geheimnisvolles ereignet sich im Garten

Es ist nicht Pflanze und ist nicht Tier

 

Es wächst ganz selbstverständlich hier

Ein Pilz gibt sich die Ehre, in unserem Garten ein Fleckchen als sein Zuhause zu ernennen. Langsam, ganz langsam schiebt er seinen Schopf durch die Erdschicht hinauf ins Tageslicht. Auf den ersten Blick erschließt sich nicht, was wohl an diesem Pilz so geheimnisvolles zu sein scheint. Er steht da, wie alle Pilze, auf einem Bein und trägt einen reinlich weißen Hut auf dem Kopf, versehen mit vielen kleinen Schuppen. So stellt man sie sich im Allgemeinen vor, die Pilze …

 

Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de

 

Geheimnisvolles um die Zerstörung wird gelüftet

Er trägt jedoch etwas mächtig Zerstörerisches in sich. Seine rabenschwarze Seele macht sich in seinem Inneren breit und nimmt im Laufe der Zeit immer mehr Platz in Beschlag. Es bleiben ihm nur wenige Tage für die Erfüllung seiner Aufgaben hier auf der Erde. Diese schwarze Kraft wird angetrieben von körpereigenen Enzymen, welche ihn unmissverständlich auffordern, sich selbst zu zerstören. Eine Lebensform, welche sich während ihrer Lebenszeit selbst zerstört, das kann schon als geheimnisvolles Vorgehen anmuten!

 

selbstzerstörerischer Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
selbstzerstörerischer Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de

 

Ein Akt der Fortpflanzung

Nach und nach verwandelt er sich selbst in eine schwarze Gestalt von unheimlicher Ausstrahlung. Sein zu Beginn so helles und reines Kleid weicht schließlich einer schwarzen, schleimigen Schicht, welche in Tropfen herunterfällt und damit die Erde tränkt. Diese schleimige Masse trägt jedoch schon jetzt den Grundbaustein für eine nächste Generation in sich und übergibt diesen an das Erdreich, wo sie auf ihren Einsatz im nächsten Jahr wartet.

 

Selbstzerstörung beim  Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Selbstzerstörung beim Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Die Selbstzerstörung beim  Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Die Selbstzerstörung beim Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de

 

Ein Fortbestehen im Untergrund

Auch wenn er überirdisch nach und nach zerfließt und von ihm nur noch ein schwarzer Fleck übrigbleibt,  unter der Erde lebt und wächst er weiter. Sein Myzel wird größer und größer und erschließt sich auf diese Weise nach und nach weiteren Lebensraum in unserem Garten. Dies, so finde ich, hat fast noch mehr Geheimnisvolles, als das finstere Vergehen über der Erde!

 

Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Vergehender Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Vergehender Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de

 

Lecker sieht irgendwie anders aus

Mich freut es, ist er doch auch ein vorzüglicher Speisepilz! Allerdings nur, solange sein Hut noch geschlossen und sein Kleid von weißer Färbung ist. Zu diesem Zeitpunkt kann er gepflückt und sofort zubereitet werden. Fachleute versprechen ein ausgezeichnetes Aroma, welches es durchaus mit dem eines Steinpilzes aufnehmen kann. Auf Alkohol zum Pilzgericht sollte jedoch verzichtet werden, da beide in Kombination ein schwaches Gift entwickeln. Apropos Giftpilze! Bei meinen Recherchen habe ich für euch hier eine nette Geschichte auf einer interessanten Pilzseite gefunden!

 

Schwarz tropfender Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Schwarz tropfender Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Schwarz verfärbter Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Schwarz verfärbter Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de

 

Seine Gestalt sorgt für Faszination

Ich kann es nicht leugnen, dass er aufgrund seiner Verwandlung schon eine gewisse Anziehungskraft auf mich ausübt, auch die Kamera hält es nicht im Schrank aus. Sein geheimnisvolles Erscheinungsbild ist immer wieder ein Motiv, welches sich aufzunehmen lohnt.

 

Spargelpilz, Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
Spargelpilz, Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de

 

Spargelpilz, so wird er auch genannt

Zu tun haben wir es hier mit einem Schopftintling (Coprinus comatus), welcher aufgrund seines Geschmacks auch Spargelpilz genannt wird. Er ist ein Verwandter des Champignons, welcher sich recht zügig durch Autolyse selbst auflöst und so seine Sporen an das Erdreich weitergibt. Man findet ihn von Mai bis September auf gedüngten Grasflächen, Gärten und Wiesen. Oft ist er in großen Trupps anzutreffen, was den Anblick noch reizvoller macht.

 

In der letzten Lebensphase: Spargelpilz, Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
In der letzten Lebensphase: Spargelpilz, Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de

 

Traurig ist es anzuschauen, wenn seine letzten Stündlein geschlagen haben. Aber nun weiß ich ja, er wird wieder kommen und vielleicht auch den einen oder anderen Freund mitbringen. Mach es gut, lieber Pilz und erfreue mich im nächsten Jahr bitte wieder mit deinem Schauspiel!

 

Fertig ist die etwas gruselige Vorstellung. Ich hoffe, sie hat euch dennoch Gefallen!

Liebe Grüße sendet euch

 

MarionNette

 

Für alle, die den Schopftintling ohne Grusel-Filter sehen wollen, hier noch eine kleine Diashow:

 

  • Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de
    Schopftintling www.licht-trifft-schatten.de

 

 


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19 Kommentare auf "Geheimnisvolles ereignet sich im Garten"

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Tante Mali
Gast

Es ist unglaublich, was du aus so einen gewöhnlichen Tintling machst. Deine Fotos verzaubern mich immer und immer wieder.
Schöne Zeit
Elisabeth

Paleica
Gast

wie wunderbar, die idee mit diesem spiegel. das gefällt mir richtig, richtig gut! sehr schön gemacht. ich finde pilze übrigens auch sehr faszinierend!

Edith
Gast
Kaum zu glauben, liebe Marion, dass es sich dabei tatsächlich um einen eßbaren Pilz mit dem Geschmack eines Steinpilzes handeln soll. Mein Rat: Wenn Du Dir nach Deiner Recherche absolut sicher bist, hau ihn, wenn er im nächsten Jahr seine Verwandtschaft mitbringt, im richtigen Moment – bevor er seinen Schirm aufspannt – in die Pfanne. Und dann berichtest Du uns, ob das mit dem Steinpilzaroma stimmt. In diesem Fall hätte ich gerne für meinen Garten etwas von dem Myzel. Ich liebe Pilze, habe mir heute Kies besorgt, weil ich mangels Myzel erst mal – als Deko – mit Betonpilzen in… Read more »
Loretta Nießen
Gast

Liebe Marion,
ich glaube Dir, dass die Verwandlung der Pilze eine Anziehungskraft auf Dich ausgeübt hat. Das wäre mir auch passiert. In unserem Garten wachsen zur Zeit auch Pilze verschiedener Arten. Aber solche, die auch in einen Gruselfilm passen würden, habe ich noch nicht gesehen.
Schöne Bilder, liebe Marion.
Ich wünsche Dir eine schöne Woche
Loretta

Elke Schwarzer
Gast

Bei mir ist er auch wieder erschienen, erst zwei Pilze bis jetzt. In manchen Jahren ist alles voll, dann sind es wieder nur wenige. Hoffentlich kommen sie dieses Jahr massenweise, dann esse ich sie mal.
VG
Elke

Lis
Gast

Wahnsinnig tolle Fotos, allerdings sieht er nicht sonderlich appetitlich aus. Dass man den trotzdem essen kann, überrascht mich dann doch ! Ich würde ihn glatt stehen lassen, aber ich kenne mich in Sachen Pilze ja überhaupt nicht aus und lasse somit lieber die Finger davon

LG Lis

Margit
Gast

Das ist ja eine spannende Verwandlung! Ich kenne mich mit Pilzen überhaupt nicht aus… und greife daher lieber zu gekauften! Bin aber als Kind ab und zu mit dem Großonkel in den Wald gegangen. Der kannte jeden Pilz.
Viele Grüße von Margit

jahreszeitenbriefe
Gast

Wunderschön eingefangen den Lebenszyklus des Schopftintlings. Vor Jahren entdeckten wir auf einer Radwanderung einen über und über mit Schopftintlingen bedeckten alten Baumstumpf… Ein paar Tage später war alles davongelaufen… Lieben Gruß Ghislana

Anne Rahn
Gast

Oh mein Gott … das ist ja Stoff für ein pechschwarzes Cyber-Garten-Spiel. Beim Anblick der Bilder habe ich Herzklopfen bekommen … da haben mir auch deine Argumente, dass das in Wirklichkeit ja nur ein harmloser „Spargelpilz“ ist und dass er sich doch nur fortpflanzen willl, überhaupt nichts genutzt!!! Die Aufregung blieb!!! Deine Bilder sind so sensationell gruselig … Halloween ist dagegen Kindergeburtstag! Hoffentlich kann ich heute Nacht schlafen …
PS: schön dass du wieder da bist.

eva
Gast

Grins, schön hast du den Schopftintling beschrieben. Ich kannte ihn bislang nur mit dem Schopf und als wir am Samstag durch den Schönbuch gefahren sind, dachte ich zuerst, „was ist denn das“ denn so platt und schwarz habe ich ihn noch nicht gesehen. Ich hatte beim Radeln leider nur die Taschencamera dabei aber ich habe es fotografiert, natürlich nicht so schön wie dein Schopftintling.
Schön geworden und auch der Text.

Lieben Gruß Eva
komm gut in die Woche

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