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Eine Vergesellschaftung von Rose und Wachs

Habe ich hier ein neues Traumpaar fotografiert?

 

Die Rose geht eine Verbindung ein

Naja, Traumpaar würde ich es vielleicht jetzt noch nicht nennen wollen. Eher wohl ist es eine arrangierte Partnerschaft, bei welcher beide Partner eine feste Bindung auf Lebenszeit eingehen, wobei hier eine Trennung nicht vorgesehen ist. Die Rose in jedem Falle, sollte sich geschmeichelt fühlen, von der besseren Hälfte liebevoll seidig eingehüllt zu werden. Sie bekommt Schutz, Stabilität und ein samtiges Äußeres, welches niemals altert. “Was will man mehr?”, frage ich da!

 

 

Etwas mehr Leben bitte!

Ich höre euch schon rufen: “Her damit, das will ich auch haben!” Es ist nicht ganz schmerzfrei, das will wohl erwähnt sein. Um das Leben zu verlängern; sprich, um die Oberfläche mit Wachs zu versiegeln und diese so vor Sauerstoff zu schützen, bedarf es einer Ganzkörper-Heiß-Wachs-Behandlung. Das ist nur etwas für ganz Taffe.

Für diese lebensverlängernde Maßnahme benötige ich:

  • weiße Wachsreste,
  • einen alten Topf und in meinem Fall,
  • einen Gasgrill mit seitlicher Kochstelle oder einen Herd bzw. Campingkocher,
  • frisch geschnittene Rosen, die noch haltbar, aber schön aufgeblüht sind,
  • Eine Vorrichtung, in der man die gewachsten Rosenköpfe mit Kopf nach oben aufhängen kann (Leere Flaschen oder …),
  • geschmeidige Ranken vom Wilden Wein oder der Clematis,
  • ein Gefäß mit Rand, um die Ranken darin zu befestigen,
  • Lunaria-Samenstandblätter,
  • Clematis-Samenstände oder anderes filigranes Material nach Wunsch.

 

 

In Wachs getaucht

Zuerst wird das Wachs im Topf geschmolzen. Jedoch Vorsicht! Wachs hat einen niedrigen Schmelzpunkt von  ca. 63 Grad und einen Erstarrungspunkt von 58 Grad. Sein Siedepunkt, diesen erreicht man beim Schmelzen schnell, liegt bei 250 Grad. Bitte seid sehr vorsichtig und lasst das Wachs nach dem Schmelzvorgang wieder auf eine recht niedrige Temperatur ganz in der Nähe des Schmelzpunktes abkühlen.

Die Blüten werden einmal ganz untergetaucht und beim Herausnehmen durch Drehen am Stiel etwas vom überschüssigen Wachs befreit. Je nach Wunsch kann dieser Vorgang bis zu dreimal wiederholt werden. Hier muss jeder selbst herausfinden, wie ihm die Blüte am besten gefällt. Ich habe sie meist zweimal untergetaucht.

 

 

Fingerspitzengefühl wird verlangt

Falls das Wachs noch zu heiß ist, fängt die Blüte an zu frittieren, das merkt man sofort am Geräusch. In diesem Fall, einfach auf ein Neues! Je kühler das Wachs, desto besser hält sich die Original-Farbe der Blüte. Ist das Wachs schon zu kalt, dann gibt es unschöne dicke Wachsschichten. Ihr merkt, es ist ein wenig Fingerspitzengefühl und Erfahrung notwendig. Ich habe das Rosenwaxing zum ersten Mal gemacht und daher könnt ihr bei mir auch erkennen, nicht alle Blüten sind gleich überzogen, manche haben sich verfärbt oder Farbe verloren. Hier macht wirklich Übung die Meisterin.

 

 

Perfekt kann nur Mutter Natur

Aber vielleicht ist es ja ganz gut so, damit ihr seht, wie die Ergebnisse jeweils sein können. Bei dieser Arbeit sollte man auch ein Stück wegkommen vom Anspruch der Perfektion … die Blüten sind von Natur aus perfekt, sobald wir selbst Hand anlegen, müssen wir Abstriche machen!

 

 

Darf es noch etwas Farbe sein?

Weiterhin ist es auch möglich, das Wachs durch Hinzufügen von farbigen Wachsmalstiften einzufärben. So kann man den entsprechenden Farbton der Rose intensivieren und evtl. Farbverluste überdecken. Allerdings ist das Ergebnis deutlich künstlicher … dies ist somit eine Geschmacksfrage.

 

 

Eine Rose ist eine Rose oder doch nicht?

Ich habe die verschiedenen Rosenarten aus meinem Garten diesem speziellen waxing unterzogen und stellte fest, dass auch die Rosenart einen großen Unterschied im Ergebnis macht:

  • Ganz kleine Rosen, wie die Fairy, lassen sich schon durch einmaliges Tauchen versiegeln und es gelingt recht gut.
  • Große ungefüllte Rosen, wie die Westerland, sind sehr schwierig, da die Blütenblätter recht locker sitzen.
  • Als sehr gut erwiesen hat sich die gefüllte Rose Ginger Sylabub, ihre Blüten sind gerade richtig geöffnet und bei zweimaligem Überzug richtig gut gelungen.
  • Sehr gut gelungen ist auch eine recht breit geöffnete, gefüllte weiße Bodendeckerrose, leider weiß ich den Namen nicht.

 

 

Ein Gerüst bauen …

Nachdem alle Rosen in Flaschen zum Trocknen tatenlos herumhängen, beginne ich, einen Unterbau für das Gesteck zu basteln. Hierzu nehme ich die Ranken und winde sie zu einer Art grobem Kranz. Diesen drücke ich in die Schale mit Rand und lasse das eine oder andere Rankenstück nach oben abstehen. Zusätzlich hole ich mir noch einige gebogene Teilstücke und schiebe diese einfach zwischen die Öffnungen im liegenden Kranz. Weiterhin schiebe ich zwei oder drei große Samenschoten vom Tulpenbaum mit hinein, diese geben nochmals zusätzlichen Halt. Falls das Gerüst nicht von alleine halten möchte, nehmt ihr einfach etwas Draht.

 

 

 

Die Rose umgeben vom ihrem Hofstaat

Nun beginne ich damit, die Rosen nach und nach in das Gerüst zu stecken. Falls eure Lücken zu groß sind, steckt ihr zuerst etwas Füllmaterial, wie Clematis-Samenstände oder auch trockene Blätterbündel in die Öffnungen, damit dann, im zweiten Schritt, die Rosen besser Halt finden. Wenn alle Rosen einen guten Platz gefunden haben, dann kann man die Halbkugel noch etwas ausschmücken. Ich habe dies mit Clematis-Samenständen und Lunaria-Samenständen gemacht. Zuallerletzt wickle ich nochmals ein geschmeidiges Rebenstück um das ganze Gesteck – fertig.

Bitte kein Wasser zugeben, sonst schimmeln die Wachrosen!

 

 

Der Traum von einem Paar

Ob Wachs und Rosen nun wirklich ein Traumpaar geworden sind, werden wir anhand der Haltbarkeitsdauer des Arrangements erkennen können. Allerdings, so habe ich gelernt, müssen sie sich erst vorsichtig beschnuppern und dann ganz langsam und zärtlich zueinander geführt werden. Auf diese Art kann es vielleicht auch ganz gut funktionieren mit den Beiden.

 

 

Veränderung erwünscht?

Die Clematis-Samenstände waren nicht gewachst – somit sehen sie nach einem Tag im geheizten Raum etwas verändert aus. Dies könnt ihr schön in obiger Collage erkennen. Aber ich finde, auch diese Optik kann sich sehen lassen. Solltet ihr dies nicht ansprechend finden, dann rate ich dazu, die Clematis-Samenstände ebenfalls zu wachsen, somit behalten sie ihren leichten Wet-Look.

 

 

 

Falls ihr das Experiment wagt und eure letzten Rosen für länger im Hause haben wollt, dann wünsche ich gutes Gelingen und eine lange Haltbarkeit.

 

 

 

 

Es grüßt euch durch die Rose

 

 MarionNette

 


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34 Kommentare auf "Eine Vergesellschaftung von Rose und Wachs"

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