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Mein Buch – eine Rezension und eine Geschichte

Nein, es ist nicht mein Buch,

das Buch heißt nur “Mein Buch” – 100 Dinge, über die du schreiben kannst

 

Rezension zum Buch:

 

Titel: Mein Buch – 100 Dinge, über die du schreiben kannst

Autorin: Katja Scholtz

Illustrationen: Pascal Cloetta

Seitenzahl: 207

Erschienen im: Diana Verlag am 25.09.2017

ISBN 13; 978-3453285453

Preis: 9,99

 

 

 

Dieses gebundene Buch ist zwar in seiner Erscheinung schon ein Buch und doch will es erst noch zu einem werden. Denn in dieser besonderen Lektüre findet der Leser keine Geschichten, sondern Anregungen und Leerseiten für das Schreiben eigener Geschichten. Das Buch selbst ist erst komplett, wenn die leeren Seiten mit den Gedanken des Eigentümers gefüllt sind.

Fazit vorneweg:

Ein wunderbares Buch, welches mit verhältnismäßig wenigen, inspirierenden Worten viele neue Texte generieren möchte. Meine uneingeschränkte Empfehlung hat es sich verdient!

Der erste Eindruck:

Mein allererster Eindruck ist: Allein schon durch seinen stabilen Einband und dessen angenehme Haptik vermittelt das Buch eine gewisse Wertigkeit. Dieser Eindruck wird noch unterstützt durch ein gut eingearbeitetes Verschlussgummiband, um das Buch und eingelegte Zusatzblätter zusammenzuhalten. Die Seiten sind mit jugendlicher Schrift und kreativen Illustrationen sehr ansprechend gestaltet. Nicht zuletzt auch durch die gefaltete Papiertasche für Notizen und Skizzen auf dem hinteren Buchdeckel kommt man zum Ergebnis: Dieses Buch wurde mit Liebe geplant und ist für den häufigen Gebrauch gemacht.

Aus dem Inhalt:

Es ist über 207 Seiten gefüllt mit Ideen, die zum Nachdenken und zum Schreiben regelrecht herausfordern. Es sind sehr intime Aufgabenstellungen dabei, deren Ergebnisse man eventuell niemandem zeigen wird, wie: schreibe über den peinlichsten Moment in Deinem Leben. Auch der Humor kommt nicht zur kurz bei kreativen Aufgaben wie: Beschreibe Dein Essverhalten aus der Sicht Deines Kühlschrankes. Aber auch Themengebiete wie Achtsamkeit kommen zum Zug u. a. bei: Herbstspaziergang, beschreibe die Farben und Gerüche.

Wem könnte es gefallen?

Insgesamt finde ich, ist es ein sehr kreatives und gelungenes Buch. Es eignet sich für alle, die sich die Zeit nehmen möchten, eigene Gedankengebilde in Worte zu fassen. Auch für Wortakrobaten, denen die Themen einmal ausgegangen sind, kann es ein guter Motivator sein. Eigentlich dürfen sich durch dieses Buch alle Menschen angesprochen fühlen, die schon immer gerne eigene Texte verfassen wollten und dies, wieso auch immer, bisher nicht gemacht haben. 

Vielleicht seid ihr ja noch auf der Suche nach einem schönen Weihnachtsgeschenk – ganz unten an diesem Post gibt es die Möglichkeit, etwas darin zu blättern.

Wie könnte es kommen, wenn es wäre, wie es ist?

 

Zu dieser eigenen fiktiven Geschichte wurde ich durch das oben genannte Buch angeregt:

(Hierbei handelt es sich um reine Fiktion, ohne jegliches Fach-Wissen darüber, ob solch ein Szenario jemals möglich sein wird.)

 

https://pixabay.com/de/wirbelsturm-sturm-hurrikan-unwetter-2102397/
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Ein gewagter Blick in die Zukunft

Das Zimmer war durch getönte Scheiben abgedunkelt, die Wohnung insgesamt sehr zweckorientiert und wenig gemütlich. Alles schien technisch bis ins Detail durchdacht und aus einem optischen Guss zu sein. Die Frau war einfach gekleidet, in einer Art Uniform, welche sie wohl einer bestimmten Gruppe von Menschen zuordnen sollte. Sie machte sich eine Tasse Tee, einen Assam-Tee, wie sie ihn schon in ihren frühen Erdenjahren gerne getrunken hatte. Während sie die heiße Tasse in der Hand herumdrehte, wirkte sie sehr nachdenklich. Sie schien weit weg zu sein, ihr trauriger Blick war nach Innen gerichtet, so als würde sie in ferne Zeiten zurückgekehrt sein…..

 

https://pixabay.com/de/landschaft-natur-sonnenuntergang-2806202/ Username: Gellinger
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Ein Blick zurück

Damals, noch im Alter von Mitte vierzig, war es schon nicht mehr wirklich aufzuhalten gewesen. Lediglich eine Verlangsamung der fortschreitenden Klimaerwärmung wurde noch anvisiert. Politiker redeten und verhandelten Jahr um Jahr in Krisengipfeln, doch wirklich weltbewegende Vereinbarungen und Entscheidungen hatte es leider nie gegeben. So war es zu guter Letzt nicht mehr zu stoppen, was schlussendlich so vielen Menschen das Leben gekostet hatte und der Erde für alle Zeiten den warnenden Stempel “Achtung, besiedelt von menschlicher Existenz” aufdrücken sollte. Die Erde wurde das Opfer des menschlichen Egoismus und sie rächte sich durch ein unbarmherziges, nicht mehr kalkulierbares Klima.

 

https://pixabay.com/de/w%C3%BCste-trockenheit-landschaft-sand-2227962/
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Prioritäten, falsch gesetzt

Allzu viele Menschen machten sich viel zu wenige Gedanken um den Planeten Erde. Ganz so, als hätten wir irgendwo noch einen Reserve-Planeten in der Hinterhand. Umso mehr machten sie sich Sorgen um ihr eigenes, oft unschönes Altern und Sterben. Jung wollte man bleiben, bis in alle Ewigkeiten. Jung, erfolgreich und schön, dies war das Wesentliche, um was sich das menschliche Streben drehte. Dies natürlich auch und insbesondere über jede jemals als rekordverdächtig notierte Lebensdauer eines Menschen hinaus. Irgendwann kam der Tag, als in diesem medizinischen Forschungs-Sektor tatsächlich der Quantensprung gelang. Wie es jedoch meistens ist, konnten sich solch ein Lebenselixier nur die Reichen leisten. Alle anderen hatten so zu altern und zu sterben, wie es die Natur schon seit Urzeiten vorgesehen hatte. Jahrzehnte später sollte sich diese offensichtliche “Benachteiligung” jedoch für die Betroffenen als ein Glück herausstellen.

Auch sie war damals bei den „Glücklichen“ gewesen. Sie hatte sich als Probandin für die Erprobung dieses Jugend-Serums zur Verfügung gestellt, um ihr kleines Gehalt damit aufzubessern. Als Probandin für die Forschung arbeitete sie schon seit Jahren und es hatte bisher niemals nennenswerte Schwierigkeiten mit einem Medikament gegeben. So auch in diesem Fall, es war eigentlich alles gut verlaufen. Das Medikament zeigte bald seine Wirkung und das Altern sowie der damit einhergehende geistige und körperliche Verfall schienen nun wie von Zauberhand eine Legende aus längst vergangenen Zeiten zu sein.

 

https://pixabay.com/de/abgestorbene-b%C3%A4ume-trocken-verlassen-947331/
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Es kam, wie es kommen musste

Während sich ein kleiner betuchter Teil der Menschheit in der ewigen Jugend sonnte und sich vor jugendlichem Aktivismus überschlug, überrollten Jahr um Jahr immer mehr Katastrophen unsere Erde, welche durch den weit fortgeschrittenen Klimawandel nicht mehr abzuwenden waren. Aufgrund des Anstiegs des Meeresspiegels setzte eine regelrechte Massenwanderung ein. Millionen von Menschen waren auf der Flucht vor den Wassermassen, welche alles mit riesig aufgerissenen Kiefern verschlangen. Stets zunehmende, immer verheerendere Unwetter und überfallartig auftretende Schädlingsmassen vernichteten regelmäßig die Ernte auf dem blauen Planeten. Manche Teile der Erde wurden aufgrund großer Hitze förmlich lahmgelegt. Waldbrände nahmen dort überhand und vernichteten ganze Regionen des wertvollen, Sauerstoff spendenden Bewuchses. Erosion in großem Ausmaß war die Folge. In ganz anderen Regionen wiederum regnete es in solch sintflutartigen Unmengen, dass die Menschen und Tiere im Schlamm untergingen. Eine Bewirtschaftung der Erde wurde von Jahr zu Jahr schwieriger und mit der Zeit nahezu unmöglich. Es kam zu einem Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten. Mit diesen extremen Bedingungen kamen nur noch die allerwenigsten zurecht. Nichts war mehr wie bisher.

 

https://pixabay.com/de/erde-mond-erdtrabant-sonnenaufgang-1388003/
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Die Menschheit wandert ein Stück weiter

Der Mensch jedoch hatte für sich bereits eine Möglichkeit erarbeitet, den Planeten auch weiterhin für seine Zwecke zu nutzen. Die Lösung hieß: Wohnen in der Erdumlaufbahn und Ackerbau unter der Erde in unterirdischen Gärten mit Tageslichtlampen. Ein Gürtel sollte die Erde umspannen, welcher von Menschen bewohnt werden würde. Dies war eine kühne sci-fi Idee und sie sollte zur Wirklichkeit werden. Die Erd-Gürtel-Kolonie wiederum bemüht sich nun schon seit Jahrzehnten darum, den Flug zu anderen bewohnbaren Planeten für viele erschwinglich zu machen, um diese nach und nach zu besiedeln.

 

Eine ungewisse Zukunft im Gepäck

Die mittlerweile leere Tasse stellt sie nun zurück in die vollautomatische Spülmaschine und atmet tief durch. Wie es wohl weitergehen wird. Sie ist nun 147 Jahre alt. Wie lange sie wohl noch hier in unendlicher Höhe über der alten Erde ausharren muss? Sie weiß es nicht. Hätte sie nur damals dieses Medikament nicht getestet, dann hätte sie heute wohl ihren Frieden, anstatt noch mit biblischem Alter einer Arbeit zur Erwirtschaftung der teuren Miete nachgehen zu müssen. Manchmal denkt sie, der Mensch ist der schrecklichste Schädling, von welchem die Erde je heimgesucht wurde und das nächste Opfer wird in absehbarer Zeit nun wohl irgend ein neuer Planet sein. Was für ein Wahnsinn!

Die Aufgabenstellung von Seite 205 lautete:

Du kannst 100 Jahre in die Zukunft schauen. Beschreibe die auffälligsten Veränderungen und was von Dir geblieben ist!

 

Ich hoffe, ihr habt meine fiktive Reise in die Zukunft gut überstanden.

Aus der Erdumlaufbahn grüßt euch

MarionNette

 

Der Verlagsgruppe Random House gilt ein herzlicher Dank für die Zurverfügungstellung dieses Rezensionsexemplars!

 


DIESE FOTOGRAFIEN SIND NICHT DURCH MEINE LINSE ENTSTANDEN:

 

HURRIKAN: https://pixabay.com/de/wirbelsturm-sturm-hurrikan-unwetter-2102397/

SONNE ÜBER TROCKENER ERDE: https://pixabay.com/de/landschaft-natur-sonnenuntergang-2806202/

FOTO WÜSTE TROCKENHEIT: https://pixabay.com/de/w%C3%BCste-trockenheit-landschaft-sand-2227962/

FOTO DÜRRE IM NEBEL: https://pixabay.com/de/abgestorbene-b%C3%A4ume-trocken-verlassen-947331/

FOTO ERDE-MOND: https://pixabay.com/de/erde-mond-erdtrabant-sonnenaufgang-1388003/

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Allen Fotografen einen herzlichen Dank für diese wunderbaren Bilder!

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Über einen Kommentar freue ich mich sehr, er belohnt mich und ermutigt mich, weiterzumachen!

4 Kommentare auf "Mein Buch – eine Rezension und eine Geschichte"

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